function MM_swapImage() { //v3.0 var i,j=0,x,a=MM_swapImage.arguments; document.MM_sr=new Array; for(i=0;i<(a.length-2);i+=3) if ((x=MM_findObj(a[i]))!=null){document.MM_sr[j++]=x; if(!x.oSrc) x.oSrc=x.src; x.src=a[i+2];} } //-->

 

 


Fred aus der USA

 

Teil 1

Ich weiß nicht genau, wer Fred ist, aber wenn ich auf meine Fantasie hören würde, wäre er ein Serienkiller. Doch fange ich erstmal von vorne an. Alles an dieser Uni ist mit dem Internet verbunden. Ohne Internet kann man kein Buch kaufen, keinen Stundenplan aufstellen, sich für Kurse registrieren oder irgendwelche Seiten drucken. Also was ist das wichtigste, genau ein Internetzugang. Doch dieser benötigt 5 Tage. Was macht man also? Genau man geht in die Westside Hall, denn dort stehen die einzigen Computer, die man ohne Passwort bedienen kann. Und genau dort sah ich ihn zum ersten Mal. Ich saß an einemComputer und als er den Raum betrat, schaute zu mir und grüßte mich. Ich grüßte höflich zurück. Natürlich dachte ich mir nichts dabei, denn Amerikaner sind sowieso manchmal merkwürdig. Auf jeden Fall beobachtete er uns (Gi-Young saß rechts von mir) und ging dann nach 10 Minuten wieder.
Am nächsten Tag an der gleichen Stellen kam er wieder zur Tür hereinspaziert setzte sich neben uns und tippte am Computer rum. Der Unterschied zum Tag zuvor war, dass er diesmal den Mut besaß und uns ansprach. Er sah von dichten sogar schon etwas merkwürdig aus. Alter 34 (Student, Alter habe schon rausbekommen), kurze ausgewaschene Jeans, ein in die Hose gestecktes Shirt, welches sein dicken Bauch ordentlich zur Geltung brachte, nicht mehr ganz alle Haare, die zudem Blond gefärbt waren und ein komisch andauern Grinsendes Gesicht mit spitzzulaufendem Gebiss. Auf jeden Fall fragte er uns woher wir kommen, was hier machen (dumme Frage), wie wir das alles bezahlen (interessante Frage) usw. Als er hörte, dass wir aus Deutschland kommen, hatte zufällig einen deutschen Opa (na gut kann sein). So redeten wir eine viertel Stunde. Und um ehrlich zu sein war das schon ein komisches Gespräch. Er hörte uns zu und antwortete dann immer paar Sekunden später, als würde überlegen was er sagt (was bis jetzt noch keiner gemacht hat) und dann immer so, als wären wir ein bisschen blöd. Auf die Frage, wie er heißt, antwortete er mit Fred. Nach dieser besagen viertel Stunde, wollte er ganz unbedingt mit uns Essen gehen. Es lies sich gar nicht davon abringen. Ich hole euch ab, ich hole euch ab. Man hatte keine Chance. Dann wollte er unbedingt unsere Handynummer, die wir natürlich nicht hatten. Also schrieb er anscheinend sehr aufgeregt (ohne Quatsch) seine Handynummer auf. Dann redete er wieder, schaute auf das Blatt und unterstrich noch mal die Nummer. Dann redete er wieder und fügte noch mal den Namen Fred hinzu. „Ich hole euch dann ab“, erwähnte er mindestens 5-mal und meinte daraufhin. Ich habe einen weißen Truck (perfekt um Leichen zu transportieren). Diesen weißen Truck erwähnte er mindestens zehnmal, bis er sich Entschluss, es auch noch einmal aufzuschreiben.  Es war sehr unheimlich, wie oft er diesen Truck erwähnte und jedes Mal wenn der Gesprächsstoff zuneige ging und wir ihn kaum noch beachteten (um endlich fertig zu werden), stand er nur regungslos da und grinste.
Nachdem er dann endlich von sich aus gehen wollte, dachte ich, er hätte meinen Stift in der Hand (schließlich schrieb er auch auf meinem Block und nahm ihm diesen aus der Hand. Er zögerte kurz einen Moment, es schien, als wollte er ihn zurücknehmen, sagte Tschüß und verließ die Halle. Ich glaube, er wollte den Stift wiederhaben und war nur zu aufgeregt. Nachdem Fred ein paar Minuten lang weg war, sprang eine Frau auf (über 40), die die ganze Zeit auch mit im Raum saß, und kam zu uns. Sie war sehr erregt und sprach in fünf Minuten mehr als der Professor in einer ganzen Stunde natürlich auf Englisch. Es war schwer zu verstehen. So etwas wie fahrt nicht mit, wer weiß wer das ist. Hier kann jeder rein. Er ist so alt.....usw. In einer halben Stunde sprang sie zehnmal auf und sagte uns jedes Mal dasselbe (sehr unheimlich). Wir fuhren natürlich nicht mit, sagten aber per SMS übers Internet ab.

 

Teil 2

Ein paar Tage später musste ich ihn natürlich wieder begegnen (und natürlich allein). Bevor er überhaupt etwas sagen konnte, erzählte ich ihm gleich, warum wir nicht konnten (wir hatten abends natürlich noch Unterricht, den wir vergessen haben) Dann fragte ich ihn, ob er die SMS bekommen habe, worauf er mit ja antwortete und meinte, dass er geantwortet hätte. Ich erklärte ihm daraufhin, dass wir aus dem Internet geschrieben haben und dachte die Sache wäre erledigt (falsch gedacht). Denn es ging schon wieder los...la la
Was machst du heute Abend..... Viel zu tun.....heute Nachmittag...viel zu tun....wir können machen, was du willst......keine Zeit ....und Morgen.....noch mehr zu tun.............und Übermorgen .....sieht schlecht aus...........was ist mit Wochenende..........ohhhhhhhhhh sehr schlecht.............Was macht Gi-Young? Hat sie Zeit (klar ich bleibe zu Hause und lasse meine  Freundin mit einem Irren durch die Gegend fahren)........sie ist genauso beschäftigt....... Wir müssen auch nicht essen gehen. Wie ist deine Telefonnummer ........ich habe immer noch keine.........wenn du Hilfe brauchst oder irgendwas, sagt es mir.........ja danke........ich fahre euch auch hin.........schön.......usw....
Ihr glaubt gar nicht, wie oft ich ihm gesagt habe, dass ich keine Zeit habe. Und dann redete er wieder so, als würde ich nichts verstehen.  (er wiederholte es 5mal oder versuchte es mit anderen Wörtern zu sagen) Ich sagte ihm deshalb, dass ich alles gut verstehe nur nicht immer gut antworten kann. Aber irgendwie begriff er es nicht (es lag nicht an meinem Englisch).
Auf jeden Fall hatte ich meine tolle Internetseite offen und wenn ich ein Wort mal nicht wusste, schaute ich schnell nach. Natürlich sah er das und schrieb plötzlich ganze englische Sätze in das Übersetzungsprogramm (obwohl man dort höchstens Wortgruppen eingeben kann). Ich erklärte ihm, dass das nicht geht und sagte ihm noch mal, dass ich ihn auch so verstehe. Er braucht also nichts dort eintippen. Aber irgendwie begriff er  es nicht. (Und glaubt mir, es lag nicht an meinem Englisch). Also tippte er so fröhlich weiter vor sich hin und shrieb: Du bist ein cooler Typ. Ok dachte ich so bei mir. Er muss es ja wissen und grinste etwas bescheuert. Daraufhin schrieb er: Ich mag dich, als einen Freund. Ja dachte ich so bei mir, genauso wie seine Barbie-Puppen, denen er im Alter von sechs Jahren den Kopf abgebissen hat, nur um zu schauen, ob sie innen genauso aussehen. Ein Glück ging er dann recht bald nach 45 unendlich langen Minuten und wir verblieben dabei, dass ich mich melde, wenn was ist.
Mir fiel leider erst später wieder auf, dass er nichts gemacht hatte. Er arbeitete nicht am Computer oder so. Er kam rein, ging kurz zum Computer (zu kurz um eine Seite zu öffnen), nervte mich und ging dann wieder.

 

Teil 3

Diese Begegnung war recht kurz (zum Glück) Natürlich war ich wieder alleine und wieder in der Westside Hall. Diesmal hatte er was in der Hand: Ein paar A4 Blätter, seinen Studentenausweis und einen Amerikanischen Ausweis. Ohne zu zögern fragte ich ihn, ob ich den Studentenausweis sehen darf und hatte ihn dann auch schon in der Hand. Mal davon abgesehen, dass dieser Ausweis schon sehr abgegriffen war (trotz PlastikChipkarte), stand dort nicht der Name Fred (ahhhh ha) drauf (aber sein Bild, also sein Ausweis). Leider habe ich den richtigen Namen vergessen. Denn dieser war sehr ungewöhnlich und ich hatte ihn nur kurz gesehen. Ich sprach ihn aber nicht darauf an. Er erzählte mir dann, dass er bei der Armee war (wollte wohl vertrauen erwecken) und jetzt noch irgendeine Formalität zu klären hat (hörte sich ja fast nach einem Grund an). Dann bemerkte er plötzlich, dass ich mit einem stumpfen Bleistift schreibe und wollte ihn auf einmal unbedingt anspitzen. Ich sagte nein, der reicht mir so. Aber er bestand darauf ihn anzuspitzen und rannte von einem Büro zum nächsten (durch die ganze Westside Hall, total bescheuert). Damit ich nicht denke, er klaue meinen Bleistift, sagte er tausendmal, dass er ihn nur anspitzen lassen will und er deshalb seine Sachen da lässt. (Er komme gleich wieder. Ich lasse meine Sachen hier......ich bin ja auch blöd)  Das komische daran war (außer, dass er wie ein Irrer durch die Gegend rannte), dass er Sachen nur diese A4 Blätter bei mir liegen ließ. Die Ausweise nahm er mit. Vielleicht wurde ihm auf einmal klar, dass ich darauf seinen richtigen Namen erkennen könnte (sehr unheimlich)Nach ca 5 Minuten kam er mit einem spitzen Bleistift wieder und schenkte mir noch zusätzlich einen abgekauten Kugelschreiber (obwohl ich es nicht wollte). Der fand natürlich sofort ein neues Zuhause im Mülleimer.
Dann ging es wieder los. Was macht ihr am Wochenende. Ich erklärte ihm, dass wir mal wieder keine Zeit haben.Wir können am Strand fahren, war seine Antwort. Ich machte ihm darauf aufmerksam, dass eine Hurrikan-Warnung für das Wochenende ausgesprochen wurde (selbst die Uni machte für 2 Tage zu). Daraufhin erklärte er mir, dass es sich doch nicht mehr (Entwarnung) um einen Hurrikan handelt, sondern nur noch um einen tropischen Storm (Hurrikanstufe 1 von 5). Ach so dachte ich bei mir. Dann packen wir die Badehose ein und fahren zum Strand. Es ist ja nur ein tropischer Sturm.
Irgendwie und irgendwann sah er es dann doch ein, erwähnte dennoch, dass er am Sonntag-Geburtstag hätte. (Das stimmte sogar, ich habe es auf dem anderen Ausweis gesehen) Er wollte gerne, dass ich seinen Geburtstag mit ihm verbringe (Anscheind will das nicht mal seine Mutter). Ich ging darauf gar nicht ein.
Nachdem wir das alles andere geklärt hatten, fing er wieder mit seinem „wir können etwas essen gehen“ an. Doch war er diesmal ein bisschen schlauer und wollte nicht wegfahren, sondern mit uns auf lediglich auf dem Campus essen gehen. Ich willigte ein und sagte: wir melden uns (natürlich nicht). Dann verschwand er wieder, ohne etwas am Computer oder sonstiges getan zu haben.